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Newsletter | Herbst 2022

 
VORWORT

LIEBE FREUNDINNEN UND FREUNDE!

Auch nach Monaten des Ukraine-Kriegs ist noch immer kein Ende dieser menschenverachtenden Auseinandersetzung in Sicht. Im Gegenteil finden sich als dessen Folge weitere Krisen ein. Wir ächzen unter Energieknappheit und Inflation. Und befürchten, dass die Corona-Pandemie längst nicht ausgestanden ist. Krise scheint das neue Normal und viele versuchen, irgendwie damit klarzukommen.

Auch die Mitarbeitenden „Am Roten Läppchen“ haben die Herausforderungen in ihren Alltag integriert und die Lage mit großer Kraftanstrengung im Griff. Schön ist, dass sie trotz allem versuchen, den Humor nicht zu verlieren. Darum ist hier nach wie vor das Lachen noch immer zuhause. Humor hilft, wie wir wissen, in vielen Lebenslagen.

Mit einem humorigen Schmunzeln lud darum das Team vom „Roten Läppchen“ bereits Anfang September zu einer Weihnachtsfeier ein. Nachvollziehbar, wenn man weiß, dass die üblichen Feste in den letzten beiden Jahren der Pandemie zum Opfer gefallen waren. Beleuchtete Weihnachtsbäume, adventliche Tischdeko und zweibeinige Rentiere als Rahmenprogramm im und am Zelt auf dem Hospiz-Parkplatz amüsierten die Gäste an einem spätsommerlich warmen Herbsttag sehr. Und es bestand tatsächlich keinerlei Gefahr, dieses Fest wieder absagen zu müssen. Das sorgte neben Leckerem für Glas und Gabel für viel Freude.

Freude im Alltag ist das, was uns vermutlich allen wegen der vielen Ängste und Nöte derzeit so sehr fehlt und was für uns als Menschen doch unverzichtbar ist. Ich wünsche uns, dass wir Kraft finden, den Krisen zu trotzen und bei allen berechtigten Sorgen auch und gerade zum Jahresausklang das Freuen nicht verlernen.

 
 

Mit herzlichen Grüßen
Ihr

Thomas Hunsteger-Petermann
Vorsitzender
 
Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst Hamm

NEUE HOSPIZBEGLEITER:INNEN GESUCHT

Infoabend am 22. November - Kursbeginn Anfang 2023

Ohne Menschen, die sich ehrenamtlich für die Hospizidee engagieren, ist die Hospizarbeit nicht möglich. Im Vordergrund der ambulanten Hospizarbeit steht die menschliche Zuwendung und Begleitung in der letzten Lebensphase – zuhause bzw. in gewohnter häuslicher Umgebung.  

Ein Ehrenamt im Ambulanten Hospizdienst?

Schwerkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige zu begleiten, ist ein anspruchsvolles, dankbares und herausforderndes Ehrenamt. Ehrenamtliche Hospizbegleiter:innen führen Gespräche, hören zu, lesen vor, gehen spazieren oder leisten auch ohne Worte Beistand. Im Mittelpunkt der Begleitung stehen immer die Wünsche und Bedürfnisse der schwerkranken sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen und Freunde. „Sie sollten bereit sein, sich mit der Thematik Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen, Ihr eigenes Handeln zu reflektieren sowie ca. acht bis zehn Stunden monatlich für Ihr Engagement aufbringen können und Interesse an fachlicher Qualifikation und Weiterbildung haben“ erläutern die (hauptamtlichen) Koordinatorinnen des Ambulanten Hospizdienstes. 

Gut vorbereitet für das Ehrenamt

Im Januar 2023 startet der Ambulante Hospizdienst Hamm in seinem Neubau einen Vorbereitungskurs. Er hat zum Ziel, ehrenamtliche Mitarbeiter:innen für die Hospizarbeit zu ermutigen und zu qualifizieren. Hier erhalten die Kursteilnehmenden die Grundlage, um mit der sensiblen Thematik umzugehen. Nach Abschluss des Kurses können alle, die sich im Hospizdienst engagieren möchten, bei der Begleitung von schwerkranken Menschen und deren Angehörigen mitwirken. Zuhause, im Altenheim oder im Stationären Hospiz „Am Roten Läppchen“. Auch in anderen Bereichen (Öffentlichkeitsarbeit) ist eine Mitarbeit möglich.

Wie werden die Hospizbegleiter:innen unterstützt?    

Die hauptamtlichen Koordinatorinnen stehen allen Begleitenden jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Zudem bieten sie regelmäßige Gruppentreffen und Supervisionen, Themenwochenenden (z.B. Würde am Lebensende) und Fortbildungen mit verschiedensten Schwerpunkten (Kindertrauer, Umgang mit Sterbewünschen, Nähe und Distanz, Kommunikation u.v.m.) an. Last but not least ist auch die Geselligkeit im Mitarbeitendenkreis wichtig. Mit regelmäßigen Festen und Ausflügen (2022: Tour de Ruhr) stärken wir die Gemeinschaft. 

Info-Abend

Jeder, der sich für diese Arbeit interessiert, ist herzlich zu einem unverbindlichen Informationsabend eingeladen. Er findet am Dienstag, 22. November 2022 um 18 Uhr in den Räumen des Ambulanten Hospizdienstes, Dolberger Straße 57 statt. Anmeldungen unter Tel. 02381 30 44 00 oder ambulant@hospiz-hamm.de erbeten.

Wissenswert 

Das Team des Ambulanten Palliativberatungsdienstes Hamm setzt sich zusammen aus fünf Koordinatorinnen und 90 geschulten ehrenamtlich Mitarbeitenden. Seit Februar 2022 verstärkt Nicole Burda das hauptamtliche Team, um den vielen Anfragen nach Hilfe und Unterstützung am Lebensende gerecht zu werden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Trauerarbeit. Denn auch Menschen in Trauer wenden sich an den Dienst, um verschiedenste Kurs-Angebote für Erwachsene, Kinder und Jugendliche oder Einzeltrauerbegleitungen in Anspruch zu nehmen. Zudem ist der der Ambulante Hospizdienst Mitglied im Trauernetzwerk Hamm, das im November mit verschiedenen Aktionen unter der Überschrift TRAUER-ST DU DICH – Trauern, hoffen, leben auf seine Angebote hinweisen will (vgl. Seite 4).

 
 
AUS ERSTER HAND

STERBEN LERNEN HEISST LEBEN LERNEN

Hannelore Brennecke ist ein Heessener Urgestein und dort vielen als Gastronomin bekannt. Als sie und ihr Mann vor mehr als zehn Jahren ihr Lokal „Zum Stefan“ in jüngere Hände gaben, entschied sie, ihre fortan nicht in den Schoß zu legen. Stattdessen absolvierte sie den „Sterbebegleiterkurs“. Weil sie zuvor ihre hochaltrigen Eltern bis zu deren Tod begleitet hatte und darüber hinaus stets das Gespräch mit Menschen liebte, lag für sie dieser Schritt nahe. 2011 stieg sie direkt in die praktische Arbeit ein und hat seither mehr als 20 Menschen und deren Angehörige auf der letzten Wegstrecke ihres Lebens begleitet. „Sterben lernen heißt leben lernen“ sagt sie und hat mittlerweile selbst ihre Angst vor dem Ende verloren. Sie betrachtet sich als Expertin des Alltags. „Wer einen gesunden Menschenverstand und das Herz am rechten Fleck hat, kann nichts falsch machen“ sagt Koordinatorin Ina Kasten-Kisling. Sie und ihre vier Kolleginnen unterstützen alle Engagierten mit Rat und Tat. „Ich kann jedem diese Aufgabe empfehlen. Mir hat die Zeit seit meinem Befähigungskurs unglaublich viel gegeben“ ist Hannelore Brennecke froh, diese Aufgabe übergenommen zu haben.

 
AMBULNTER HOSPIZ- UND PALLIATIVBERATUNGSDIENST HAMM

LETZTE HILFE-KURS: AM ENDE WISSEN WIE ES GEHT

Erste Hilfe kennen alle. doch was soll "Letzte Hilfe" sein?

Wer mit dem Hospizgedanken verbunden ist, stößt unweigerlich irgendwann auf den Begriff „Letzte Hilfe Kurs“. Dieses Angebot wurde von Dr. Georg Bollig ins Leben gerufen. Seine vielfältigen Erfahrungen als Notarzt ließen ihn erkennen, dass nicht jedes Leben gerettet werden kann und sah sich in seiner ärztlichen Tätigkeit immer wieder mit dem Tod und dem Sterben konfrontiert.

Er wusste, dass sich Menschen am Ende ihres Lebens und deren Angehörige in einer äußerst belastenden Extremsituation befinden. Die Betroffenen brauchen dann vor allem menschliche Zuwendung. Sie brauchen jemanden, der nachfragt, wie es ihm in dieser schwierigen Lage geht, der seine Anteilnahme mit Zuhören und Verständnis ausdrückt. Doch diese Menschen bleiben leider häufig allein. Nachbarn, Bekannte, Verwandte und Freunde sind überfordert. Viele von ihnen haben noch nie einen Sterbenden oder Toten gesehen und fragen sich, wie sie den kranken Menschen begegnen, welche Hilfe sie anbieten können. Es fehlen die Worte und das Wissen.

Dr. Bollig erlebte, wie wichtig es ist, dass eine breite Bevölkerungsmasse fähig ist, erste Hilfe zu leisten. Die meisten Menschen haben eine Vorstellung, was hier zu tun ist: stabile Seitenlage, Mund-zu-Mund-Beatmung, Herzdruckmassage und Defibrillator sind vertraute Begriffe, die man in Erste-Hilfe-Kursen lernt. Zugleich sah er aber, wie hilflos Menschen waren und wie erstarrt, wenn sie mit dem Lebensende konfrontiert wurden. Weil er spürte, dass schon mit wenig Wissen und Mut an diesem Punkt so viel geholfen werden kann, gründete er die „Letzte-Hilfe-Kurse“.

Sie sind ein hilfreiches Seminarangebot, das die breite Bevölkerung für Themen am Lebensende sensibilisiert und informiert. Ziel ist, dass Begrifflichkeiten wie Ambulante Palliativversorgung, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und vieles mehr genauso bekannt sind wie Fachwörter aus der „Ersten Hilfe“.

Letzte-Hilfe-Kurse auch für Kids und Teens

Weil dieses Wissen (wieder) zum Allgemeinwissen werden soll, erstreckt sich dieses Angebot bewusst auch auf Kinder und Jugendliche zwischen acht bis 16 Jahren. Im Kurs wird über die Normalität des Sterbens als Teil des Lebens gesprochen. Eine interaktive, spielerische Herangehensweise ist auf diesen jungen Personenkreis zugeschnitten. Gemeinsam werden Themen wie mögliche Beschwerden im Sterbeprozess und wie sie gelindert werden können besprochen. Abschließend wird thematisiert, wie man Abschied nehmen kann und ganz bewusst werden auch die Grenzen des Handelns nicht ausgeklammert.

Warum Kinder und Jugendliche damit konfrontieren?

  • Weil Sterben ein Teil des Lebens ist
  • Weil auch Kinder und Jugendliche betroffen sind
  • Weil Erwachsene nicht immer wissen, wie sie über Tod und Sterben mit Kindern und Jugendlichen sprechen sollen
  • Weil kindliche Neugier und ein unbefangener Umgang einen besonderen Zugang zu diesem Themenkomplex schaffen

Unser Angebot

Unser speziell ausgebildetes „Letzte-Hilfe-Team“ steht gerne für Schulen bereit, um im Rahmen des Religions- bzw. Ethikunterrichts auf diese Thematik einzugehen. Gerne richten wir auch einen Interventionstag im Rahmen der Schulsozialarbeit aus und gehen auch in Konfirmanden- bzw. Firmgruppen.

Termine Letzte-Hilfe-Kurse

Letzte-Hilfe-Kurse für Erwachsene gehören mittlerweile zum festen, regelmäßigen Angebot des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes Hamm und das Interesse an Plätzen für diese Kurse ist erfreulich groß. Die nächsten freien Termine entnehmen Sie bitte unserer Website oder den sozialen Medien. Das Angebot für Kinder und Jugendliche besteht ab 2023. Hier freuen wir uns zur individuellen Ansprache über Ihre Kontaktaufnahme.

Kontakt: Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst: Tel. 02381 30 44 00 oder ambulant@hospiz-hamm.de 

 
KURZ UND KNAPP

STATIONÄRES HOSPIZ MIT NEUEN NACHTKONSOLEN AUSGESTATTET

Seit 2004 waren sie unentwegt im Einsatz und nun haben sie endgültig ausgedient. Die Rede ist von den Nachtschränkchen in den acht Gästezimmern des Stationären Hospizes „Am Roten Läppchen“. „Die neuen Konsolen sind in diesen Tagen geliefert worden und wir freuen uns sehr, die Gästezimmer mit diesen nunmehr wieder komplett funktionalen Helfern am Bett ausgestattet zu haben“, freut sich Hospizleiterin Regina Lorenz gemeinsam mit ihrem Team. Nachdem die Zimmer Schritt für Schritt mit modernem Mobiliar und Nachschränkchen ausgestattet worden sind, stehen nun noch acht neue Gästebetten auf der Wunschliste des Stationären Hospizes. 

 
 
KURZ UND KNAPP

HAMM RADELN WAR EIN VOLLER ERFOLG

Eine Idee bringt knapp 200 Radler:innen in Bewegung

Die Premiere dieser neuen Hospiz-Veranstaltung stand unter einem guten Stern. Nicht nur das Wetter passte, auch das Drum-Rum. Knapp 200 radbegeisterte Menschen aller Altersklassen hatten sich Mitte Juli „Am Roten Läppchen“ eingefunden, um nicht nur gemeinsam die Marathon-Strecke rund um Hamm zu radeln, sondern um ein sichtbares Zeichen für die Hospizidee zu setzen. Weit mehr als dreißig neue Mitglieder (Firmen und Privatleute) konnten im Zusammenhang mit dieser Aktion für den Förderverein Hospiz gewonnen werden. Und weil das Orga-Team Lust auf mehr hat, wird „Hamm radeln“ auch 2023 wieder stattfinden.

Haben Hamm Radeln organisiert: André Bassier (Fahrradfreunde Hamm), Aaron Grosser (Schirmherr), Dr. Claudia Strunk (Initiatorin), Marion Kleditzsch (Hospiz), Rainer Wilkes und Werne Böse (ADFC)
 
KURZ UND KNAPP

TRAUER-ST DU DICH? TRAUERN, HOFFEN, LEBEN

Erstmalig fanden Aktionswochen des Trauernetzwerkes Hamm statt

Vom 05. bis zum 20. November lud das Trauernetzwerk Hamm erstmals zu gemeinsamen Aktionswochen ein, um trauernden Menschen zu begegnen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Die Abschluss-Veranstaltung „Gemeinsam sind wir stark! Andacht und mehr!“ fand am Sonntag, 20.10. um 17 Uhr in die St. Agnes-Kirche Hamm in Hamm statt.   

www.trauernetzwerk-hamm.de

 
 

TERMINE

 
Was Start Ausbildungskurs Hospizbegleiter:in
Wann Anfang 2023
Wo Ambulanter Hospizdienst

Was Basartermin - Der gute Weihnachtsbaum
Wann 10.12.2022 und 11.12.2022 11 bis 18 Uhr
Wo Gärtnermeister Christian Droste, Dolberg

Was Hamm Radeln - 2. Auflage
Wann Sonntag, 25.06.2023 Start: 10.00 Uhr
Wo Parkplatz "Am Roten Läppchen", Dolberger Straße 57,59073 Hamm

Was Hamm erFahren - 15. Oldtimerrallye
Wann So. 27.08.2023 - Start 10.00 Uhr
Wo Kurhausgarten Hamm, Ostenallee

 
 

TRAUERCAFÉ „AM ROTEN LÄPPCHEN“

Der offene Treff für trauernde Menschen findet jeden ersten Mittwoch und dritten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr im Fachwerkhaus „Am Roten Läppchen“ statt.

Die nächsten Termine: Mi. 07.12. I Do. 22.12.2022 I Mi. 04.01.2023 I Do. 19.01. I Mi. 01.02. I Do. 16.02. I Mi. 01.03. I Do. 16.03. I Mi. 05.04. und Do. 20.04.

Anmeldung erforderlich!

Bis auf weiteres werden Besucher:innen gebeten, sich für den jeweiligen Termin bei Marion Kleditzsch anzumelden: 02381 54473-25 (Di-Do) info@hospiz-hamm.de.
Es gilt für jeden Teilnehmer die 2G+Regel: geimpft, genesen u. aktuell getestet.

 

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